Verlust zeigt sich nicht nur im Tod eines Menschen. Er kann auch den Verlust von Sicherheit, Identität, Beziehung, Gesundheit oder Lebensentwürfen bedeuten und hinterlässt bei vielen Betroffenen neben der Traurigkeit auch anhaltende innere Anspannung, Leere oder Angst. In meiner hypnotherapeutischen Arbeit begleite ich Menschen dabei, mit diesen Zuständen umzugehen und wieder Zugang zu innerer Regulation und Stabilität zu finden..
Katharina Sandreuther lebt und arbeitet in Lenzburg. Sie ist Mutter eines Teenagers und führt seit 2020 eine eigene therapeutische Praxis. Zuvor war sie mehrere Jahre in einer spezialisierten Klinik im Kanton Aargau tätig. Ihre Arbeit ist geprägt von langjähriger therapeutischer Erfahrung, kontinuierlicher Weiterbildung und einem tiefen Verständnis für die Herausforderungen, die Menschen nach Verlusten und einschneidenden Lebensereignissen begleiten.
Viele meiner Klient:innen erleben im Alltag einen dauerhaften inneren Alarmzustand. Entspannung fällt schwer oder scheint kaum erreichbar, obwohl der Wunsch nach Ruhe gross ist. Häufig liegt dies nicht an mangelnder Motivation, sondern an einem Nervensystem, das durch Verlusterfahrungen und daraus resultierender Überforderung in erhöhter Bereitschaft geblieben ist. Der Körper reagiert, als müsste jederzeit mit Gefahr gerechnet werden, auch dann, wenn objektiv keine Bedrohung mehr besteht.
Bei einem Todesfall oder einem anderen einschneidenden Verlust geht es nicht darum, Trauer oder Traurigkeit loszuwerden. Trauer ist eine natürliche Reaktion auf den Verlust eines geliebten Menschen und Ausdruck einer zuvor bestehenden Beziehung. Sie darf da sein und gelebt werden.
Gleichzeitig zeigen sich aber oft weitere Gefühle, die nicht aus der aktuellen Situation entstanden sind, sondern aus früheren Erfahrungen stammen wie Angst, Unsicherheit, Zweifel, innerer Druck, Wut oder Selbstabwertung. Damit innere Ruhe möglich werden kann, ist es entscheidend, dass sich das Nervensystem reguliert.
Diese mitaktivierten Emotionen können den Alltag stark beeinflussen und das Nervensystem dauerhaft unter Spannung halten. In der therapeutischen Arbeit geht es darum, diese Gefühle behutsam einzuordnen und an ihrem Ursprung zu bearbeiten. Ich arbeite dabei mit der therapeutischen Hypnose.
Entspannung und Hypnose werden im Alltag häufig gleichgesetzt, beschreiben jedoch unterschiedliche Ebenen. Entspannung meint in erster Linie einen körperlichen Zustand: Der Muskeltonus nimmt ab, der Atem wird ruhiger, das Nervensystem kann sich aus der Alarmbereitschaft herausbewegen. Dieser Zustand ist wichtig, reicht für tiefgreifende therapeutische Veränderungsprozesse jedoch oft nicht aus.
Hypnose ist keine Form von Entspannung, sondern eine therapeutische Methode, die einen Zustand innerer Fokussierung nutzt. In diesem Zustand ist die Aufmerksamkeit nach innen gerichtet, äussere Reize treten in den Hintergrund und innere Wahrnehmungen werden zugänglicher. Entspannung kann den Zugang erleichtern, ist aber nicht mit diesem inneren Zustand gleichzusetzen.
Wichtig ist auch, klarzustellen, was Hypnose nicht ist. Hypnose bedeutet weder Kontrollverlust noch Ausgeliefertsein. Menschen schlafen dabei nicht und verlieren zu keinem Zeitpunkt ihr Bewusstsein oder ihre Entscheidungsfähigkeit. Sie dient nicht dem Wegdrücken von Gefühlen, sondern ermöglicht einen Zustand innerer Anwesenheit.
Das Ziel meiner Arbeit ist es, belastende Gefühle zugänglich zu machen und zu verarbeiten, damit sie nicht länger unbewusst das Leben bestimmen. Wenn diese Gefühle an ihrem Ursprung bearbeitet werden können, verliert ihre emotionale Intensität an Kraft. In der Folge entsteht spürbare emotionale und körperliche Entlastung. Der Körper kann sich entspannen, weil er nicht länger permanent auf innere Alarmreize reagieren muss. Gerade hier zeigt sich der enge Zusammenhang von Körper, Geist und innerem Erleben.
Damit dieser Zustand entstehen kann, beginne ich nicht mit Techniken, sondern mit dem Schaffen von Sicherheit: ein klarer Rahmen, ausreichend Zeit und eine therapeutische Haltung, die nicht drängt. Über die behutsame Lenkung der Aufmerksamkeit auf Körperwahrnehmung, Atmung oder innere Bilder kann sich die innere Aktivität schrittweise nach innen verlagern. Entspannung entsteht dabei nicht als Ziel, sondern als Folge eines inneren Klärungsprozesses.